Gut vorbereitet für die Pflegebegutachtung – Teil 1!

November 2018,  von J. Jedlicsek

Wie Sie sich gut vorbereiten auf den bevorstehenden Termin mit dem unabhängigen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK)

„Pflegebedürftigkeit kann jeden von uns treffen. Die Seniorenlotsen sind Wegweiser und Informieren Sie gerne!“

Wenn die Selbstständigkeit „gesundheitlich (körperlich, geistig, seelisch, Behinderung)  bedingt beeinträchtigt“ ist und Hilfe bedarf. Die Pflegeversicherung übernimmt dann einen Teil der Kosten für einen ambulanten Pflegedienst oder die stationäre Pflege im Heim. Kümmern sich Angehörige um die häusliche Pflege, zahlt die Kasse ein Pflegegeld.
Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist, dass ein „erhöhter Bedarf“ an pflegerischer oder hauswirtschaftlicher Versorgung über mindestens sechs Monate besteht. Bei nur vorübergehender Pflegebedürftigkeit, beispielsweise zur Rehabilitation, ist die Pflegekasse nicht zuständig; die Kosten übernimmt dann die Krankenkasse.

Leistungen aus der Pflegeversicherung gibt es nur auf Antrag!

Rufen Sie Ihre Krankenkasse an. Diese leitet Sie weiter an die Pflegekasse/ die Pflegekasse Ihres Angehörigen und informieren Sie sich, wie Sie den Antrag stellen. Stellen Sie Ihren Antrag so früh wie möglich!

  Leistungen erhalten Sie rückwirkend ab der Antragsstellung!

 

Die Begutachtung findet immer „vor Ort“ statt, nach der Antragsstellung meldet sich der MDK um einen Termin vorzuschlagen.

Die für diese Aufgabe besonders ausgebildete Fachkraft oder Arzt kommt nicht  – wie oft angenommen – zur Kontrolle, sondern um den pflegebedürftigen in seinem häuslichen Umfeld kennen zu lernen.
So können  wertvolle Hinweise geben werden, die den Alltag erleichtern und zu baulichen Änderungen beraten werden, die ebenfalls von der Pflegekasse bezuschusst werden können.

Es kann Hilfreich sein, wenn eine professionelle Pflegekraft eingebunden ist. Sie kann auf verdeckte Einschränkungen hinweisen und sich auf der fachlichen Ebene mit dem Gutachter verständigen.
Dabei sollte der pflegebedürftige nicht vorführen was noch möglich ist, sondern vielmehr aufzeigen was nicht mehr möglich ist und welche Last dies darstellt!
Auch nahe Angehörige können wichtige zusätzliche Hinweise geben.

 

Unbedingt!  Sie sollten unbedingt alle Befunde bereitlegen.
Auch eine vorbereitete Liste, wann welche Hilfe in der Pflege und im Alltag geleistet wird, unterstützt die Antragsstellung. Auch Kleinigkeiten, wie das Aufdrehen der Wasserflasche, das Bereitstellen des Rollators, das binden von Schnürsenkeln oder das Schließen des BHs!
Häufig sind die Betroffenen und Angehörigen während des Termins nämlich gestresst oder aufgeregt und vergessen, wichtige Dinge zu erwähnen.

Für Gutachter gehört dies zum Alltag und sollten auf jeden Fall angesprochen werden!

Fortsetzung Pflegebegutachtung siehe Teil 2

Wie wird der Pflegegrad der pflegebedürftigen Person errechnet?

Was ist zu tun, wenn der Antragssteller mit dem Pflegebericht und der Einstufung des Pflegegrades nicht einverstanden ist?

 

Quelle:

https://www.pflege.de/pflegekasse-pflegerecht/pflegegrade/widerspruch/#magazin-gute-aussichten-auf-erfolg-beim-widerspruch (07.11.2018 13:20Uhr); consens Wiesbaden Heft 3/2018; NBA Ausfüllhilfe zum neuen BegutachtungsAssessment – Caritasverband für die Diözese Münster – Referat Altenhilfe; SGB XI §14

Darmträgheit

VORSICHT mit Mitteln wie Laxoberal© & Dulcolax©!

Darmträgheit kann belastend sein – muss es aber nicht.

Beitrag  von J. Jedlicsek

Darmträgheit oder auch Obstipation ist keine Krankheit sondern ein Symptom. Ursachen können Erkrankungen sein, aber auch vieles andere, wie unterdrückte Toilettengänge oder Flüssigkeitsmangel.

Die Symptome sind sehr fester Stuhl, unproduktive Entleerungsversuche, Schmerzen bei der Entleerung, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Übelkeit oder Druckgefühl im Bauchraum.

Das hilft um Vorzubeugen

Natürliche Alternativen 

In Ruhe Essen und gründlich kauen, Zeit lassen, Stuhldrang nie unterdrücken, Bewegung, Bauchatmung oder eine Kolonmassage.

Essen Sie Vollkornprodukte, Knollengemüse, rohe Salate, Sauerkraut, Müsli, Naturjoghurt. Trinken Sie Molke, Buttermilch, Kefir oder Pflaumensaft. Tipp! Eine getrocknete Pflaume über Nacht in einem Glas Wasser einweichen und am nächsten Tag Essen und das Wasser trinken oder ein Glas warmes Wasser morgens auf nüchternen Magen.

Auch Leinsamen & Flohsamenschalen können helfen, aber nur  NUR MIT VIEL FLÜSSIGKEIT!

Meiden Sie Schokolade, Banane, Weißmehl, Kuchen und Schwarztee.

Die Ernährung muss langsam umgestellt werden, damit sich der Darm daran gewöhnen kann und muss mindestens vier Wochen durchgeführt werden, bevor sich der Behandlungserfolg beurteilen lässt.

Vorsicht bei schleimhautreizenden Abführmitteln

Vorsicht mit Mitteln wie Laxoberal©, Dulcolax©! Diese könne bei häufiger Anwendung zu Kalium-, Natrium- und Kalziummangel führen und damit die Obstipation verstärken, sowie zur Osteoporose führen!

Bessere Alternative

Alternativen sind osmotisch wirksame Abführmittel, wie Laxofalk®, Movicol®,  Macrogol®, Bifiteral® (Lactulose), diese halten Wasser im Darm zurück, dadurch bleibt der Stuhl weich und die Darmperistaltik wird angeregt.  Eine Dauereinnahme ist  möglich eine regelmäßige Einnahme ist jedoch das „A & O“! Denn nur so kann der Stuhl weich bleiben und eine Obstipation wird vermieden. Immer mit reichlich Flüssigkeit einnehmen!

Achtung! Lactulose führt oft zu Blähungen.

„Generell gilt: Immer in Rücksprache mit dem Arzt!“

Quelle: Pflege Heute (2014), 6. Auflage, UBAN & FISCHER; Caritas Pflegeratgeber Ernährung und Gesundheit (2010), 2. Auflage

Sommerhitze – So bleiben Sie trotzdem COOL!

Ein Beitrag von J. Jedlicsek

Abkühlen

Sorgen Sie für Abkühlung durch das Aufstellen von Wasserschalen in der Wohnung,  Regelmäßiges Lüften am Morgen/spätem Abend ansonsten Rollläden runter! Auch kühlende F Fußbäder und das kühlende Abwaschen von Armen und Beinen bietet Erfrischung! Tipp!! kalter Pfefferminz-/Salbeitee eignen sich hervorragend als kühlende Waschzusätze!

Füllen Sie ihren Mineralshaushalt wieder auf

Durch Schwitzen verlieren wir Kalium und  Magnesium, Bananen  ersetzen diese Mineralstoffe, also…… gönnen Sie sich eine.

                 

 

Frische im Bett

Greifen Sie zu einer leichten Decke oder einem Bezug, genehmigen

Sie sich eine lauwarme Dusche vor dem Schlafen gehen – lassen Sie das Wasser auf der Haut trocknen,
Tipp!! Legen Sie Ihre Nachtbekleidung zum  Abkühlen in den Kühlschrank!

Wasserhaltige Speisen

Wählen Sie leichte, wasserhaltige Speisen wie Wassereis, Speiseeis, Wassermelone, Ananas, grüner Salat, Quark,  Salatgurke, Radieschen Tomaten, Beeren, Orangen, Mango und Milchprodukte. 

 

Erfrischende Getränke

Trinken Sie mindestens 1,5Liter am Tag erstellen Sie sich gegebenenfalls einen  Trinkplan oder stellen Sie sich die Getränke schon bereit. Greifen Sie zu lauwarmen Getränken, wie Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees, Frucht- und Gemüsesäfte, Keine entwässernden Tees, kein Alkohol! Tipp!! Mit Früchten und  Kräutern, wie Wassermelone, Minze, Zitrone, Orange, 

Rosmarin, Beeren…schmeckt das Wasser noch besser und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Richtige Wahl der Kleidung

Wählen Sie lockere, leichte, helle, lange, angenehme Kleidung. Tragen Sie eine Kopfbedeckung

 

 

Meiden Sie Hitze

Gehen Sie nicht direkt in die Sonne. Gehen Sie nicht nachmittags nach draußen, Unterlassen Sie Anstrengungen und verlegen Sie körperliche Aktivität in die frühen Morgenstunden, legen Sie die  Beine öfter mal hoch.

Was tun bei Gesundheitsproblemen?

Wenn sich bei Ihnen selbst oder bei anderen ungewöhnliche Gesundheits- probleme wie zum Beispiel Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen oder Verwirrtheit einstellen, die als Ursache auf die Hitze hindeuten, suchen Sie Schatten auf, lagern Sie den Oberkörper hoch und trinken Sie etwas. Verschaffen Sie etwas Abkühlung, indem Sie beispielsweise ein kühles Tuch auf die Stirn legen. Kontaktieren Sie einen Arzt und zögern Sie nicht bei Bedarf den Notruf 112 zu wählen!!

Alleinstehende Betagte und pflegebedürftige Personen sind bei Hitze besonders gefährdet und benötigen unsere Aufmerksamkeit.

 

Die Caritas berät Sie gerne im Rahmen eines Beratungsgesprächs zu Unterstützenden Maßnahmen bei Sommerhitze durch Ihren Pflegedienst.

Quellen: Deutscher Wetterdienst „Verhaltensempfehlungen bei Hitze“  Juli 2018,; DNQP  „Expertenstandard Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege“ 1. Aktualisierung 2017;  Caritas Pflege-Ratgeber „Ernährung und Gesundheit – Pflegeberatung zu ausgewogener Ernährung“ 2. Auflage Juli 2010

 

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt! Bin ich Sturzgefährdet? Wo lauern Sturzgefahren?

Ein Beitrag von J . Jedlicsek

Bin ich Sturzgefährdet?
Sie haben eine Seh- /Hörbeeinträchtigung, Angst zu stürzen, nehmen Schlaf-, Schmerz-, Beruhigungs- oder Entwässerungsmedikamente? Bewegung macht Ihnen Mühe? Haben Probleme das  Gleichgewicht zu halten oder gelegentlichen Schwindel?

Wo lauern Sturzgefahren?
Nicht nur gesundheitliche Einschränkungen können Ursachen für Stürze sein, sondern auch die eigene Wohnung durch ungünstige Bedingungen zu einer gefährlichen Sturz – und Stolperfalle werden, durch  im Weg stehende Möbel, lose verlegte Teppiche oder Teppichbrücken, unzureichende Beleuchtung, rutschige oder glatte Fußböden, falsche Schuhe und vieles mehr.

Wie können Sie Gefahren reduzieren?
Beseitigen Sie Stolperfallen! Sprechen Sie mit Ihrem Arzt!

Wer rastet der rostet und wird auch unsicher beim Gehen. Ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft, sowie einige Kraft- und Balance-übungen sollten fester Bestandteil Ihres Tagesablaufs sein.

Sie haben bereits einen Pflegegrad und bei sich ein Sturzrisiken festgestellt? 
Die Caritas berät Sie gerne im Rahmen eines Beratungsgesprächs, das Ihnen durch die Pflegekasse zusteht,  zu Ihren Risiken und möglichen Maßnahmen.

 

Quellen: „Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege“ 1. Aktualisierung 2013, Caritas Pflege-Ratgeber„Sturzprophylaxe – dem Sturz den Schrecken nehmen“ Juli 2010, Flyer Caritasverband Offenbach „Mittelpunkt Mensch. Sturzvorbeugung“